Informationen GutOx
Informationen für Therapeuten
Warum GutOx Stresstest?
Der Gut-Ox Stress Test liefert relevante Marker zur Beurteilung von Darmstörungen, stillen Entzündungen, sowie der Leistungsfähigkeit der körpereigenen Entgiftung. Damit werden wesentliche Grundlagen für eine ursachenorientierte Therapie geschaffen.
Warum hat dieser Test genau diese Marker?
Anstatt eine Vielzahl von Markern mit unklarer Aussagekraft oder begrenzter klinischer Evidenz auszuwählen, werden bewusst diejenigen Marker verwendet, die wissenschaftlich umfassend untersucht sind und die höchste klinische Relevanz aufweisen.
Erkrankungen, die mit Oxidativem Stress in Zusammenhang gebracht werden:
- Kardiovaskuläre und zerebrovaskuläre
- neurologische Erkrankungen
- Krebserkrankungen
- Erhöhung der Toxizität
- Atherosklerose
- Alzheimer
- Autoimmunthyreoiditis
- Neurodegenerativen Erkrankungen
- Parkinson
Systemische Auswirkungen assoziziert mit erhöhtem LPS:
- neurodegenerative Erkrankungen
- Metabolisches Syndrom
- Typ II Diabetes
- Immundysregulation
- Autoimmunerkrankungen
- Nicht-Alkoholische-Fettleber
Was wird beim GutOx getestet?
Dieser neue Test untersucht das Zusammenspiel von oxidativem Stress mit Markern der Darmfunktion und Dysbiose.
Gemessene Marker sind:
Sekretorisches Immunglobulin A (sIgA) ist der wichtigste Antikörper der Schleimhäute und schützt vor dem Eindringen von Mikroorganismen und Antigenen. Im Darm stabilisiert sIgA die Mikrobiota und unterstützt die Barrierefunktion. Niedrige sIgA-Werte weisen auf eine beeinträchtigte Schleimhautabwehr, erhöhte Infektanfälligkeit, entzündliche Prozesse und mögliche Darmdysbiose hin.
Da die Mikrobiota das oxidative Gleichgewicht beeinflusst, kann eine Dysbiose oxidativen Stress fördern; sIgA spiegelt indirekt wider, wie gut die Schleimhaut mit solchen Belastungen umgehen kann. Veränderungen der sIgA-Verfügbarkeit beeinflussen zudem das darmassoziierte Immunsystem (GALT), insbesondere die Aktivität dendritischer Zellen und das Gleichgewicht zwischen Toleranz und Entzündung.
Die Bestimmung von sIgA im Rahmen eines Darm- und oxidativen Stress-Profils ermöglicht daher die frühzeitige Erkennung funktioneller Störungen der mukosalen Immunität und liefert Ansatzpunkte für gezielte therapeutische Maßnahmen.
Zonulin reguliert die Durchlässigkeit der intestinalen Tight Junctions. Eine erhöhte Zonulinfreisetzung führt zu einer gesteigerten Darmpermeabilität („Leaky Gut“). Auslöser können Dysbiosen, Gluten (Gliadin), Nahrungsmittelunverträglichkeiten, immunologische Reaktionen sowie SIBO, Candida-Überwucherungen oder parasitäre Infektionen sein.
Eine erhöhte Permeabilität ermöglicht den Übertritt von Toxinen, mikrobiellen Bestandteilen und Antigenen in den Blutkreislauf, was Immunaktivierung, Entzündung und oxidativen Stress fördert. Erhöhte Zonulinspiegel sind u. a. bei Zöliakie, Typ-1-Diabetes und entzündlichen Darmerkrankungen beschrieben und gelten als möglicher gemeinsamer Mechanismus bei Autoimmunerkrankungen.
Im GutOx-Stresstest werden Zonulin-IgM-, -IgG- und -IgA-Antikörper gemessen, da diese im Vergleich zu Zonulin selbst weniger Schwankungen unterliegen und die Darmpermeabilität stabiler abbilden.
Lipopolysaccharide (LPS) sind Bestandteile der äußeren Membran gramnegativer Bakterien. Ihre Lipid-A-Komponente wirkt als starkes Endotoxin und aktiviert die angeborene Immunantwort. Gelangen LPS in den systemischen Kreislauf (Endotoxämie), können sie akute oder chronische Entzündungsreaktionen auslösen und sind mit Sepsis, metabolischer Dysregulation und chronisch-entzündlichen Erkrankungen assoziiert.
Erhöhte zirkulierende LPS-Antikörper-Spiegel deuten häufig auf eine gestörte intestinale Barrierefunktion („Leaky Gut“) oder Darmdysbiose hin und begünstigen eine systemische Immunaktivierung. Zudem kann LPS die Blut-Hirn-Schranke beeinträchtigen und neuroinflammatorische Prozesse fördern.
LPS binden an Rezeptoren auf Immunzellen und führen zu einer NF-κB-Aktivierung. Dies führt zur vermehrten Expression proinflammatorischer Zytokine (u. a. TNF-α, IL-1β, IL-6).
Die LPS-vermittelte Immunantwort steigert die Bildung reaktiver Sauerstoffspezies (ROS), was zu oxidativen Schäden an Lipiden, Proteinen und DNA führt. Gleichzeitig beeinträchtigen LPS die mitochondriale Funktion, reduzieren die ATP-Synthese und erhöhen die mitochondriale ROS-Produktion, wodurch ein selbstverstärkender Kreislauf aus mitochondrialer Dysfunktion und oxidativem Stress entsteht.
Glutathion (GSH) ist das wichtigste intrazelluläre Antioxidans und schützt Zellen vor oxidativem Stress sowie toxischen Substanzen. Es besteht aus Glutamat, Cystein und Glycin; seine Thiolgruppe verleiht ihm die antioxidative Wirkung. GSH neutralisiert freie Radikale über die Selen-abhängige Glutathion-Peroxidase, unterstützt die Entgiftung, stabilisiert die mitochondriale Funktion und beeinflusst Prozesse wie Zellwachstum, Apoptose und Genregulation (u. a. über Nrf2).
Gesamtglutathion umfasst reduziertes GSH (aktive Form) und oxidiertes GSSG (verbrauchte Form). GSH wird durch die riboflavinabhängige Glutathion-Reduktase aus GSSG regeneriert. Niedrige Gesamtglutathionwerte entstehen durch reduzierte Synthese (z. B. Nährstoffmangel oder Enzymdefizite) oder erhöhte Belastung durch Schadstoffe und Medikamente.
Die Werte geben somit Aufschluss über die Reserven des Körpers schädliche Substanzen aus dem System zu entfernen und wie diese Reserven tatsächlich genutzt werden (können).
Der prozentuale Anteil des reduzierten Glutathions gibt Hinweise darauf wie gut das vorhandene Glutathion wieder recycelt wird, beziehungsweise ob ein erhöhter Verbrauch stattfindet. Erniedrigte Werte für GSH sind assoziiert mit:
- Angststörungen
- Depression
- Chronischem Fatique Syndrom
- Neurologischen Erkrankungen
F2-Isoprostan entsteht als oxidatives Abbauprodukt der Arachidonsäure und gilt als zuverlässigster Marker für Lipidperoxidation und oxidativen Stress. Es wirkt proinflammatorisch und stark vasokonstriktorisch und kann Gefäßverengungen in vielen Organen auslösen. Erhöhte F2-Isoprostan-Werte finden sich u. a. bei akuter Hyperglykämie, Rauchern, Autismus sowie bei verschiedenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Besonders bei koronarer Herzkrankheit korrelieren sie mit arteriosklerotischen Läsionen und erhöhtem Blutdruck.
Hohe Werte werden zudem bei Atherosklerose, Aufmerksamkeitsdefizitstörungen, Tumorerkrankungen, Depression, generalisierten Schmerzen/Entzündungen und neurodegenerativen Erkrankungen beobachtet.
8-Hydroxy-2′-desoxyguanosin (8-OHdG) ist ein Biomarker für oxidative DNA-Schäden. Es entsteht durch ROS-induzierte DNA-Oxidation, wird repariert und über den Urin ausgeschieden. Erhöhte 8-OHdG-Werte weisen auf gesteigerten oxidativen Stress hin und gelten als Risikofaktor für degenerative Erkrankungen und bestimmte Tumoren, da es mutagene G→T-Transversionen verursachen kann.
Steigende Spiegel werden bei Depression, chronischer Müdigkeit, Diabetes, neurodegenerativen Erkrankungen, Toxinexposition, Medikamenteneinnahme (z. B. Antibiotika, Chemotherapie), Rauchen, Extremsport und UV-Belastung beobachtet. Bei Alzheimer- und Parkinson-Patienten korrelieren erhöhte Werte mit Krankheitsdauer und Zellschädigung. 8-OHdG dient somit als verlässlicher Indikator für oxidative Belastung des Organismus.
Wie kann ich den GutOx bestellen?
Sie sind TherapeutIn? Dann können Sie den GutOx Stress Testkits in Ihre Praxis oder direkt für einen Patienten bestellen, sobald Sie sich regeistriert haben.
Sie sind PatientIn, haben aber keinen Therapeuten? Kontaktieren Sie uns – Wir helfen Ihnen gerne!